Thomas Trippel erkrankt an ALS
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Thomas Trippel

Was ist ALS?

Die Abkürzung für Amyotrophe Lateralsklerose ist ALS. ALS ist eine Erkrankung des Nervensystems. Sie ist seit mehr als 100 Jahren bekannt und kommt weltweit vor. Ihre Ursache ist mit Ausnahme der seltenen erblichen Form bisher unbekannt. Es gab bislang keine Therapiemöglichkeit. ALS hat nichts mit MS (Multiple Sklerose) zu tun.

Häufigkeit und Verlauf

Pro Jahr erkranken etwa ein bis zwei von 100.000 Personen an ALS. Die Krankheit beginnt meistens zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr, aber auch jüngere Erwachsene sind betroffen. Männer erkranken etwas öfter als Frauen (1,6:1). Das Krankheitstempo ist bei den einzelnen Patienten sehr unterschiedlich, die Lebenserwartung ist deutlich verkürzt.
Die ALS betrifft ausschließlich das motorische Nervensystem. Die Empfindung für Berührung, Schmerz und Temperatur, das Sehen, Hören, Riechen und Schmecken, die Funktionen von Blase und Darm und insbesondere die geistige Leistungsfähigkeit bleiben normal.
Das motorische System, das unsere Muskeln kontrolliert und die Bewegungen steuert, erkrankt sowohl in seinen zentralen (Gehirn, Hirnstamm und Rückenmark) als auch in seinen peripheren Anteilen (Vorderhornzellen bzw. Motoneurone). Das führt zu unwillkürlichen Muskelzuckungen, Muskelschwund und Muskelschwäche an Armen, Beinen und der Atemmuskulatur. Die Sprach-, Kau- und Schluckmuskulatur ist geschwächt. Die Patienten müssen zum Teil künstlich ernährt und beatmet werden.

Symptome der ALS

Die ersten Symptome können an unterschiedlichen Stellen auftreten. Muskelschwund und Schwäche können sich z. B. zunächst nur in der Hand- und Unterarmmuskulatur einer Seite zeigen, bevor sie sich auf die Gegenseite und auf die Beine ausdehnen. Bei einem Teil der Kranken treten erste Symptome im Bereich der Sprech-, Kau- und Schluckmuskulatur auf. Schon in den Frühstadien der ALS wird häufig über unwillkürliche Muskelzuckungen und schmerzhafte Muskelkrämpfe geklagt. In der Regel schreitet die Krankheit über Jahre gleichmäßig langsam fort, dehnt sich auf weitere Körperregionen aus und verkürzt die Lebenserwartung. Eine verläßlich Voraussage der Entwicklung ist nicht möglich.
Die ALS ist in der Regel keine erbliche Erkrankung, nur bei etwa 5-10% der ALS-Patienten kommen weitere Krankheitsfälle in der Familie vor. ALS ist nicht ansteckend.
Es gibt keine Untersuchungen, mit denen eine ALS bewiesen werden kann. Es handelt sich um eine sogenannte klinische Diagnose, die bei typischem Untersuchungsbefund und Verlauf nach Ausschluss anderer ähnlicher Erkrankungen gestellt werden muss.

(gekürzt nach Dr. med. M. Tröger)